Bharat Devotion
Embroidered artwork for Das Matakabhatta-Jātaka: die lachende und weinende Ziege: Embroidered Buddha seated in meditation on a pink lotus, with a golden dharma wheel and a white stupa in the mountains

Das Matakabhatta-Jātaka

die lachende und weinende Ziege

Jātaka Nr. 18: Eine Ziege, die für ein Totenmahl bestimmt ist, lacht, dann weint sie und erklärt den Grund; danach lehrt ein Baumgeist die Menge, vom Töten abzulassen.

Jataka-GeschichtenBuddhaPanna (Weisheit)

Eine Frage zum Totenmahl

Der Meister erzählte diese Geschichte in Jetavana über Totenmahle. Zu jener Zeit brachten die Menschen Ziegen, Schafe und andere Tiere als Totenmahl für ihre verstorbenen Angehörigen dar. Die Mönche sahen dies und fragten den Meister, ob daraus etwas Gutes entstehen könne. Das Jātaka-Aṭṭhakathā des Pali-Kanons verzeichnet die Geschichte als Nr. 18, das Matakabhatta-Jātaka.

Die Antwort des Meisters

Der Meister sagte, dass kein Gutes entsteht, selbst wenn ein Leben genommen wird, um ein Totenmahl zu bereiten. Er erinnerte daran, dass die Weisen in vergangenen Zeiten die Wahrheit aus der Luft gelehrt, die schlimmen Folgen dieser Praxis aufgezeigt und den ganzen Kontinent dazu gebracht hatten, sie aufzugeben. Nun aber hatten sich ihre früheren Lehren in den Köpfen der Menschen verwirrt, und die Praxis war wieder aufgekommen. Mit diesen Worten erzählte er eine Geschichte aus der Vergangenheit.

Ein Brahmane bereitet eine Opfergabe vor

Einst, als Brahmadatta in Benares herrschte, beschloss ein Brahmane, der in den drei Veden bewandert und als Lehrer berühmt war, ein Totenmahl zu geben. Er ließ eine Ziege holen und hieß seine Schüler, sie zum Fluss zu führen. Sie sollten sie baden, ihr einen Kranz um den Hals legen, ihr eine Schale Getreide geben, sie herrichten und zurückbringen. Die Schüler taten, wie ihnen geheißen.

Die Ziege lacht laut auf

Am Fluss badeten die Schüler die Ziege, putzten sie und setzten sie am Ufer ab. Der Ziege wurde das Wissen um die Taten ihrer früheren Leben bewusst. Sie war überglücklich bei dem Gedanken, dass sie an eben diesem Tag von all ihrem Leid befreit sein würde, und sie lachte laut, wie das Bersten eines Topfes.

Die Ziege weint

Da dachte die Ziege, dass der Brahmane sich durch ihre Tötung dieselbe Qual aufladen werde, die sie selbst erduldet hatte. Sie empfand großes Mitgefühl mit ihm und weinte mit lauter Stimme. Die jungen Brahmanen sagten, ihre Stimme sei sowohl beim Lachen als auch beim Weinen laut gewesen, und fragten, warum sie gelacht und warum sie geweint habe. Die Ziege bat sie, ihre Frage vor ihrem Meister zu stellen.

Die Ziege erklärt sich

Die Schüler brachten die Ziege zu ihrem Meister, und der Brahmane stellte ihr dieselbe Frage. Durch die Kraft, sich an frühere Leben zu erinnern, antwortete ihm die Ziege. In vergangenen Zeiten, sagte sie, sei sie selbst ein Brahmane gewesen, der wie er in den Veden bewandert war. Um ein Totenmahl zu geben, habe sie eine Ziege getötet. Wegen dieser einen Tat habe sie fünfhundertmal den Kopf verloren, mit Ausnahme eines Males. Dies sei ihre fünfhundertste und letzte Geburt, und sie habe gelacht, weil sie an eben diesem Tag befreit werden würde.

Warum sie weinte

Die Ziege sagte, sie habe geweint, als sie an den Brahmanen dachte. Weil sie eine Ziege getötet hatte, war sie dazu verurteilt, fünfhundertmal zu leiden, und nun stand sie kurz vor der Befreiung. Der Brahmane würde als Strafe für ihre Tötung dazu verurteilt sein, dasselbe Schicksal fünfhundertmal zu erleiden. Aus Mitgefühl für ihn weinte sie.

Das Versprechen des Brahmanen

Der Brahmane sagte der Ziege, sie solle sich nicht fürchten, denn er werde sie nicht töten. Die Ziege sagte, ob er sie töte oder nicht, an diesem Tag könne sie dem Tod nicht entkommen. Der Brahmane sagte, er werde mit ihr umhergehen und sie beschützen. Die Ziege antwortete, sein Schutz sei schwach und die Kraft ihrer bösen Tat sei groß. Der Brahmane ließ die Ziege frei, wies seine Schüler an, niemanden sie töten zu lassen, und folgte dem Tier mit den jungen Männern dicht auf den Fersen.

Der Donnerkeil und der Fels

Sobald sie frei war, streckte die Ziege den Hals aus, um an den Blättern eines Strauches zu knabbern, der nahe der Spitze eines Felsens wuchs. Im selben Augenblick schlug ein Blitz in den Felsen. Ein Steinbrocken brach los und fiel auf die Ziege, sodass ihr Leben endete. Die Menschen drängten herbei.

Ein Baumgeist lehrt aus der Luft

Zu jener Zeit war der Bodhisatta an eben diesem Ort als Baumgeist geboren. Durch seine übernatürliche Kraft setzte er sich im Schneidersitz in die Luft, während die ganze Menge zusah. Er dachte, wenn diese Wesen die Frucht übler Taten kennten, könnten sie aufhören zu töten. Mit sanfter Stimme lehrte er ihnen eine Strophe. Sie besagt, dass Lebewesen vom Töten ablassen würden, wenn die Menschen wüssten, dass die Strafe eine Wiedergeburt im Leid wäre, denn hart ist das Geschick des Mörders.

Ein Volk, gegründet in den Geboten

So verkündete das Große Wesen die Wahrheit und ließ seine Zuhörer die Folgen solcher Taten fürchten. Das Volk war so bewegt, dass es vom Töten abließ. Der Bodhisatta festigte die Menge in den Geboten und ging dann dahin, den Weg seiner Taten zu gehen. Das Volk blieb seiner Lehre treu, verbrachte sein Leben mit Wohltätigkeit und anderen guten Werken und strömte am Ende in die Stadt der Devas (der himmlischen Götter).

Die Identifikation des Buddha

Als seine Belehrung beendet war, zeigte der Meister den Zusammenhang auf und benannte die Geburt. In jenen Tagen, so sagte er, sei er selbst der Baumgeist gewesen.

Eine Lehre, die das Mahl überdauerte

Die Erzählung verachtet den Brahmanen nicht, der bereit war zuzuhören und willens war, die Ziege zu verschonen. Sie zeigt, wie eine für die Verstorbenen vollbrachte Tat dem Täter schaden kann und wie die Furcht vor diesem Schaden eine ganze Gemeinschaft vom Töten abwenden kann. Das Lachen und die Tränen gehören ein und demselben Wesen im selben Augenblick an: die Erleichterung über die eigene Befreiung und das Mitgefühl mit dem Mann, der ihren Tod hatte herbeiführen wollen. Dieses Mitgefühl verleiht der Geschichte ihre bleibende Kraft. Wer seine Toten ehrt, wird aufgefordert, dies durch Gaben und gute Werke zu tun, nicht durch das Nehmen von Leben.

Wusstest du schon?

Das Matakabhatta, was Totenmahl bedeutet, ist das Jātaka Nr. 18, und es wurde in Jetavana erzählt.

Der Buddha sprach diese Geschichte, als Mönche fragten, ob aus dem Töten von Tieren als Totenmahl irgendein Nutzen erwachse.

Die Ziege sagte, dass sie, weil sie eine einzige Ziege getötet hatte, fünfhundertmal den Kopf verloren habe, mit Ausnahme eines Males, und dass dies ihre letzte Geburt sei.

Die Ziege weinte aus Mitgefühl mit dem Brahmanen, der dasselbe Schicksal erleiden würde, falls er sie töte.

Der Bodhisatta war ein Baumgeist, der vom Himmel aus lehrte, und die Menge, die ihm zuhörte, ließ vom Töten ab.

Verbundene Lehren

Dieselbe Lehre, widergespiegelt in verschiedenen Traditionen