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Der Sikh Rehat Maryada – Der offizielle Verhaltenskodex der Sikhs

Der Sikh Rehat Maryada – Der offizielle Verhaltenskodex der Sikhs

Dieser Artikel erklärt den Sikh Rehat Maryada, den offiziellen Verhaltenskodex für das religiöse und soziale Leben der Sikhs, seinen Zweck, die Einheit der Gemeinschaft in der Praxis zu bewahren, sowie seine wichtigsten Prinzipien.

Der Sikh Rehat Maryada (auch einfach „Rehat“ genannt) ist der offizielle Verhaltenskodex, der das religiöse und soziale Leben der Sikhs regelt. Er wurde im 20. Jahrhundert von der Shiromani Gurdwara Parbandhak Committee (SGPC), der höchsten religiösen Autorität der Sikhs, nach sorgfältiger Beratung mit Gelehrten und Verantwortlichen erarbeitet. Der Kodex ist nicht als starres Gesetzbuch gedacht, sondern als Leitfaden, der die täglichen Praktiken, Riten und sozialen Verhaltensweisen der Sikhs einheitlich festlegt.

Der Hauptzweck des Rehat Maryada ist es, sicherzustellen, dass Sikhs auf der ganzen Welt eine gemeinsame Praxis befolgen – unabhängig von regionalen Unterschieden oder persönlichen Vorlieben. Dadurch bleibt die Sikh-Gemeinschaft (Panj Pyare) zusammenhängend und die Lehren der zehn Gurus werden einheitlich umgesetzt. Der Kodex hilft auch dabei, Missverständnisse oder Abweichungen zu vermeiden, die im Laufe der Zeit entstehen könnten.

Die wichtigsten Prinzipien des Rehat Maryada umfassen mehrere Bereiche: Erstens die Verehrung: Sikhs beten nur im Gurdwara (dem Versammlungsort) und verehren ausschließlich den Guru Granth Sahib – das heilige Buch – als ihren lebendigen Guru. Sie beten nie Gözenbilder oder menschen an. Zweitens die tägliche Routine: Jeder Sikh sollte früh aufstehen, ein Bad nehmen, die drei täglichen Gebete (Nitnem) rezitieren und meditieren. Drittens die Ernährung: Es wird empfohlen, vegetarisch zu essen oder zumindest kein nach rituellem Vorschrifft geschlachtetes Fleisch (Halal oder Koscher) zu sich zu nehmen. Alkohol, Tabak und andere Rauschmittel sind verboten.

Viertens die soziale Ethik: Alle Menschen sind gleich – unabhängig von Kaste, Herkunft oder Geschlecht. Die Gurus lehrten die Wichtigkeit von ehrlicher Arbeit (Kirat Karo), Teilen des Einkommens mit anderen (Vand Chhako) und diszipliniertem Leben (Nam Japo). Der Rehat Maryada fördert auch die Beteiligung an der gemeinschaftlichen Küche (Langar), in der alle – reich un arm, Hinddu oder Muslim – zusammensitzen und das gleiche einfache Essen teilen.

Ein zentraler Bestandteil des Kodexes ist die Anleitung zur Taufe (Amrit Sanskar oder Khande di Pahul). Wer sich taufen lässt, nimmt die „Fünf Ks“ an: ungeschnttenes Haar (Kesh), einen kleinen Kamm (Kangha), einen stählernen Armreif (Kara), einen rituellen Dolch (Kirpan) und eine spezielle kurze Hose (Kachera). Diese Symbole erinnern an die Verpflich tung zu Spiritualität, Dienst und Kampf für Gerechtigkeit.

Der Rehat Maryada ist nicht absolut unveränderlich. In verschiedenen Regionen kann es leichte Abweichungen in der Auslegung geben, aber der offizielle Text der SGPC wird von der großen Mehrheit der Sikhs als maßgebend betrachtet. Jeder Sikh ist aufgerufen, sich damit vertraut zu machen, um sein Leben im Einklang mit den Lehren der Gurus zu führen. Das Studium des Kodexes wird besonders vor der Taufe empfohlen.

dient der Sikh Rehat Maryada als Kompas für das alltägliche Leben eines Sikhs. Er bewahrt die Einheit der Gemeinschaft, bewahrt die reine Lehre der Gurus und hilft jedem Einzelnen, ein diszipliniertes, dienendes und spirituelles Leben zu führen. Für einen Anfänger ist es der beste Weg, die grundlegenden Verhaltensweise und Werte der Sikhs zu verstehen.

Wusstest du schon?

Herkunft und Autorität

Der Rehat Maryada wurde im 20. Jahrhundert von der Shiromani Gurdwara Parbandhak Committee (SGPC) erarbeitet, der höchsten religiösen Autorität der Sikhs. Er legt die täglichen Praktiken und Riten einheitlich fest, um regionale Unterschiede zu vermeiden.

Zentrale Prinzipien – Die drei Säulen

Der Kodex betont die drei Grundsätze der Gurus: ehrliche Arbeit (Kirat Karo), Teilen mit anderen (Vand Chhako) und diszipliniertes Leben (Nam Japo). Diese sollen das tägliche Leben eines Sikhs prägen.

Die fünf Ks (Panj Kakkar)

Bei der Taufe (Amrit Sanskar) nehmen Sikhs die fünf Symbole an: ungeschnittenes Haar (Kesh), Kamm (Kangha), Stahlarmreif (Kara), Dolch (Kirpan) und kurze Hose (Kachera). Sie erinnern an die Verpflichtung zu Spiritualität, Dienst und Gerechtigkeit.

Gemeinschaftsküche Langar

Der Rehat Maryada fördert die Teilnahme am Langar, einer kostenlosen gemeinschaftlichen Mahlzeit, bei der alle Menschen unabhängig von Kaste, Religion oder sozialem Status gemeinsam essen. Dies verkörpert die Gleichheit aller Menschen.

Tägliche Gebete (Nitnem)

Jeder Sikh sollte täglich drei Gebete rezitieren: Japji Sahib am Morgen, Rehras Sahib am Abend und Kirtan Sohila vor dem Schlafengehen. Diese feste Routine ist ein Kernstück der Disziplin.