Bharat Devotion
Embroidered artwork for Dukkha: Die Erste Edle Wahrheit: Embroidered Buddha seated in meditation on a pink lotus, with a golden dharma wheel and a white stupa in the mountains

Dukkha

Die Erste Edle Wahrheit

Dukkha

Die Erste Edle Wahrheit

Die erste Predigt des Buddha, das Dhammacakkappavattana Sutta, benennt Dukkha in acht Formen, von Geburt und Alter bis zum Nichterlangen dessen, was man sich wünscht.

Die erste Predigt

In den heiligen Lehren des Buddhismus steht Dukkha als erste der Vier Edlen Wahrheiten da und erhellt die grundlegende Verfassung des fühlenden Daseins innerhalb des Saṃsāra. Gelehrt wurde sie zuerst im Dhammacakkappavattana-Sutta, Saṃyutta Nikāya 56.11, der ersten Predigt des Buddha, gehalten im Rehpark von Sārnāth vor den fünf Asketen, die einst seine Gefährten in der Askese gewesen waren. Die buddhistische Überlieferung verehrt diesen Augenblick als das Drehen des Rades des Dhamma, das erste Mal, dass die Lehre für andere zu hören in Bewegung gesetzt wurde, und er wird alljährlich am Āsāḷha-Pūjā gedacht, dem Vollmondtag, der eben diese Predigt markiert.

Oft als Leiden, Schmerz oder Elend übersetzt, trägt Dukkha einen tieferen Gehalt, als irgendein einzelnes englisches Wort erfasst. Es bezeichnet ein durchdringendes Gefühl von Unvollkommenheit, Unvollständigkeit und Unzuverlässigkeit, das alle weltlichen Erscheinungen durchzieht. Manche Übersetzer bevorzugen Unbefriedigtheit gerade deshalb, weil sie weniger dramatisch klingt als Leiden. Dukkha benennt nicht nur Qual, sondern auch die leise, anhaltende Unruhe, die selbst ein gewöhnliches, bequemes Leben färbt: das Gefühl, dass nie etwas ganz geregelt oder vollendet ist. Das Wort selbst wird auf eine Wurzel zurückgeführt, die eine Achse bezeichnet, die schlecht in ihrer Öffnung sitzt, ein Rad, das sich dreht, aber nie ganz rund läuft. Viele Kommentatoren halten dieses Bild für der gelebten Textur des Dukkha näher als jedes einzelne Wort für Schmerz es sein könnte.

Acht Gestalten, direkt benannt

Das Sutta belässt Dukkha nicht als bloße Abstraktion. Der Buddha nennt es in acht bestimmten Gestalten: Geburt ist Dukkha, Altern ist Dukkha, Krankheit ist Dukkha, Tod ist Dukkha; Kummer, Klage, Schmerz, Bedrängnis und Verzweiflung sind Dukkha; das Zusammensein mit dem Unangenehmen ist Dukkha, die Trennung vom Angenehmen ist Dukkha, und das Nichterlangen des Gewünschten ist Dukkha. Kurz gesagt, so schließt er, sind die fünf Daseinsgruppen des Anhaftens selbst Dukkha: eben dieselbe Körperlichkeit, Empfindung, Wahrnehmung, geistige Gestaltungen und dasselbe Bewusstsein, auf die er in seiner unmittelbar folgenden Predigt, dem Anattalakkhaṇa-Sutta, zurückkommen würde, um zu zeigen, dass sie kein festes Selbst enthalten. Beide Lehren wurden denselben fünf Zuhörern innerhalb weniger Tage gegeben. Die spätere Überlieferung behandelt sie als ein einziges zusammenhängendes Argument: erstens, dass das bedingte Dasein seiner Natur nach unbefriedigend ist, und zweitens, dass eben jene Daseinsgruppen, die auf diese Weise leiden, überhaupt nicht als dauerhaftes Selbst bestimmt werden können.

Drei Arten der Unbefriedigtheit

Die spätere buddhistische Kommentarliteratur unterscheidet drei Schichten innerhalb dieser einen Wahrheit, sodass Dukkha nie nur den offensichtlichen Schmerz meint. Dukkha-dukkha ist das gewöhnliche Leiden des Schmerzes selbst: ein gestoßener Zeh, ein trauerndes Herz, eine zehrende Krankheit. Diese Schicht hat jede Sprache eigene Worte für, und sie ist gemeint, wenn Leiden im alltäglichen Sinn gebraucht wird.

Viparināma-dukkha ist das Leiden des Wandels. Selbst echtes Glück wird bitter, sobald es zu verblassen beginnt, sodass die Vorwegnahme seines Verlustes das Glück überschattet, noch während es andauert. Ein freudiges Wiedersehen trägt bereits den Keim des Abschieds in sich, der darauf folgen wird.

Saṅkhāra-dukkha ist die feinste und allgegenwärtigste Schicht, die innewohnende Unbefriedigtheit des bedingten Daseins selbst. Sie ist auch in Zuständen gegenwärtig, die neutral oder ruhig erscheinen, denn alles, was aus Ursachen und Bedingungen entsteht, trägt dieselbe Unbeständigkeit wie alles andere, was entsteht und vergeht, ob diese Unbeständigkeit in einem bestimmten Augenblick bewusst empfunden wird oder nicht.

Warum nichts Bestand hat

Weil jede bedingte Sache entsteht, fortbesteht und unvermeidlich zerfällt, kann nichts im zeitlichen Bereich endgültigen, dauerhaften Frieden oder bleibende Zuflucht gewähren. Dies ist in der buddhistischen Lehre kein Rat der Verzweiflung. Es ist der erste und ehrlichste Schritt einer vierteiligen Diagnose, die so aufgebaut ist, wie ein Arzt eine Heilung gliedern würde, und nicht wie ein Dichter eine Klage. Nachdem die erste Predigt das Leiden genau benannt hat, nennt sie seine Ursache. Das ist der Durst, die Taṇhā: das Verlangen nach sinnlichem Vergnügen, das Verlangen nach fortgesetztem Dasein und das Verlangen nach Nichtdasein. Danach nennt sie die Heilung, das Aufhören eben jenes Durstes. Sie schließt mit dem Achtfachen Pfad, der dorthin führt: rechte Anschauung, rechtes Streben, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Lebenserwerb, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit und rechte Sammlung. Dukkha wird in dieser Predigt nie allein dargeboten; es ist stets die eröffnende Wahrheit eines Pfades, der es beenden soll, und kein Urteil, bei dem man um seiner selbst willen verweilen soll.

Eine Wahrheit zur Prüfung

Für die fünf Asketen, die diese Predigt im Rehpark zuerst hörten, war die Lehre keine Doktrin, die man auf Glauben annimmt, sondern eine Einladung, die eigene Erfahrung ehrlich zu prüfen. Dieselbe Einladung steht hinter dem Widerstand des Wortes gegen eine leichte Übersetzung: Dukkha bittet den Zuhörer, in seinem eigenen Leben jede der acht Gestalten zu bemerken, die der Buddha benannte, statt sich mit dem bequemen Gedanken zufriedenzugeben, Leiden sei bloß Pech, das durch bessere Umstände vermeidbar sei, und nicht ein strukturelles Merkmal des bedingten Daseins selbst.

Deshalb wird auch die Erste Edle Wahrheit gelehrt, bevor irgendeine Lösung angeboten wird. Ein Zuhörer, der Dukkha in der eigenen Erfahrung noch nicht klar erkannt hat, hat keinen Anlass, nach seiner Ursache oder seinem Aufhören zu suchen, und eine Heilung, die angeboten wird, bevor die Krankheit anerkannt ist, wird eher beiseitegelegt als ernst genommen. Dass der Buddha damit begann, mit einer ehrlichen Benennung des Problems statt mit einem sofortigen Versprechen der Erleichterung, legte das Muster fest, nach dem der übrige Teil seiner Lehre aufgebaut war und aufgenommen wurde.

Wusstest du schon?

Schriftliche Quelle

Dukkha wird im Dhammacakkappavattana Sutta, Saṃyutta Nikāya 56.11, als die Erste Edle Wahrheit benannt, in der ersten Predigt des Buddha im Hirschpark von Sarnath.

Acht Formen des Dukkha

Das Sutta nennt Geburt, Altern, Krankheit, Tod, Kummer, die Verbindung mit dem Unerfreulichen, die Trennung vom Erfreulichen und das Nichterlangen dessen, was man wünscht, und schließt, dass die fünf Anhaftungsgruppen selbst Dukkha sind.

Drei Schichten

Die buddhistische Kommentarliteratur unterscheidet Dukkha-Dukkha, den gewöhnlichen Schmerz, von Viparināma-Dukkha, dem Leiden der Veränderung, und Saṅkhāra-Dukkha, der feinen Unbeständigkeit, die allem bedingten Dasein innewohnt.

Erste von vier Wahrheiten

Dukkha ist die erste der Vier Edlen Wahrheiten; dieselbe Predigt nennt seine Ursache (den Durst), seine Beendigung und den Edlen Achtfachen Pfad, der zu dieser Beendigung führt.

Eine Diagnose, keine Verzweiflung

Die buddhistische Lehre sieht die ehrliche Benennung des Dukkha als den ersten Schritt einer Heilung und nicht als ein Ende an, so wie eine Krankheit richtig diagnostiziert werden muss, bevor sie behandelt werden kann.