Friedensgebet aus den Upanishaden
Dieses kurze Sanskrit-Gebet wird traditionell am Anfang einer Meditation, eines Studiums oder einer spirituellen Zusammenkunft gesprochen. Es bittet um Harmonie, gemeinsame Kraft und Klarheit des Geistes – und schließt mit dem Wunsch nach Frieden für alle.
Verse
Om. Mögen wir gemeinsam beschützt werden. Mögen wir gemeinsam genährt werden. Mögen wir gemeinsam Kraft und Stärke erlangen. Möge unser Studium von Klarheit und Licht erfüllt sein. Mögen wir einander nicht hassen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Worship Guidelines & Chanting Benefits (Phalashruti)
Täglich oder an heiligen Mondtagen (Ekadashi, Purnima)
Brahma Muhurta (4:00 – 6:00 Uhr) oder Abenddämmerung
Ghee-Lampe, Weihrauch, frische Blüten und Wasseropfer
- Geistiger Friede, spiritueller Aufstieg und harmonische Energie
Hintergrund
Das Gebet stammt aus den Upanishaden, den philosophischen Lehrtexten des Hinduismus, die als Teil der Veden überliefert sind. Es ist als Shanti-Mantra bekannt – ein Friedensvers, der in vielen Schulen des Vedanta und Yoga zum Einstimmen rezitiert wird. Die genaue Herkunft ist nicht eindeutig, aber es gehört fest zur Tradition der mündlichen Überlieferung und wird bis heute im täglichen Ritual und beim Beginn religiöser Studien verwendet.
Wusstest du schon?
Herkunft
Dieses Friedensgebet stammt aus der Taittiriya-Upanishad, einer der ältesten philosophischen Schriften Indiens (ca. 6. Jahrhundert v. Chr.), und wird in Schulen und Ashrams traditionell zu Beginn und am Ende des Vedastudiums gemeinsam gesungen.
Bedeutung des Namens
„Shanti-Mantra“ heißt wörtlich „Friedensvers“ – es ist kein Bittgebet um materiellen Gewinn, sondern eine Bitte um innere Ruhe, geistige Klarheit und ungestörtes Lernen für alle Beteiligten.
Das dreifache „Shanti“
Die dreimalige Wiederholung von „Shanti“ (Frieden) steht für die drei Welten der vedischen Kosmologie – Erde, Luftraum und Himmel – und zugleich für körperlichen, geistigen und seelischen Frieden; die Zahl Drei gilt als vollständig und heilig.
Lehrer und Schüler zusammen
Das Wort „saha“ („zusammen“) zieht sich durch den ganzen Vers – Guru und Schüler werden gemeinsam geschützt und gestärkt, denn Wissen gedeiht nach indischer Auffassung nur in wechselseitigem Vertrauen, nicht im Alleingang.
Der Schluss als Kernbotschaft
Die letzte Zeile „mā vidviṣāvahai“ – „mögen wir einander nicht hassen“ – ist die eigentliche Pointe: Sie macht den Vers zu einem Gelöbnis der Eintracht, das jede Lernumgebung, von der vedischen Schule bis zum modernen Seminarraum, braucht.
Heute noch lebendig
Dieses Mantra wird nicht nur in hinduistischen Zeremonien gesprochen, sondern auch in vielen Yoga- und Meditationskursen weltweit rezitiert – oft direkt zu Beginn einer Übung, um den Raum und die Teilnehmer geistig zu reinigen.
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