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Die vierundzwanzig Tirthankaras des Jainismus

Lehrer, die den Weg über den Ozean des Lebens zeigten

Die vierundzwanzig Tirthankaras des Jainismus

Lehrer, die den Weg über den Ozean des Lebens zeigten

Dieser Artikel erklärt, wer die Tirthankaras im Jainismus sind – erleuchtete Lehrer, die den Ozean der Wiedergeburten überwunden haben – und gibt einen Überblick über ihre Linie vom ersten, Rishabhanatha, bis zum vierundzwanzigsten, Mahavira.

Im Jainismus, einer der ältesten Religionen Indiens, gibt es das Konzept der Tirthankaras. Das Wort "Tirthankara" bedeutet wörtlich "Furtmacher" oder "Brückenbauer". Man stellt sich vor, dass das Leben ein großer Ozean aus Leiden und Wiedergeburt ist. Ein Tirthankara ist ein Wesen, das diesen Ozean bereits durchquert hat – es hat die Wiedergeburt überwunden und vollkommene Befreiung erlangt. Doch anstatt einfach zu verschwinden, baut es eine Brücke oder Furt, damit auch andere diesen Ozean überqueren können. Tirthankaras sind also spirituelle Lehrer, die den Weg zur Befreiung zeigen. Sie sind keine Götter im westlichen Sinne, sondern erleuchtete menschliche Seelen, die als Vorbilder und Wegweiser dienen.

Die Jain-Tradition lehrt, dass es in jedem Zeitalter des Universums eine bestimmte Anzahl solcher Lehrer gibt. Im gegenwärtigen, absteigenden Zeitalter sind es genau vierundzwanzig Tirthankaras. Sie bilden eine Kette von Lehrern, die über unvorstellbar lange Zeiträume hinweg aufeinander folgen. Die Geschichten über sie sind sehr alt und wurden über Jahrhunderte mündlich überliefert, bevor sie aufgeschrieben wurden. Daher gibt es in verschiedenen Regionen und Texten durchaus unterschiedliche Versionen einzelner Legenden, aber die grundlegende Liste der vierundzwanzig Namen ist in der gesamten Tradition einheitlich.

Der erste Tirthankara dieses Zeitalters ist Rishabhanatha, auch bekannt als Adinatha, was "Erster Herr" bedeutet. In den meisten Erzählungen wird er als eine Art Kulturheld beschrieben, der den Menschen in einer frühen, unzivilisierten Zeit die Künste des Ackerbaus, des Handwerks, der Schrift und der Regierung beibrachte. Nach einem langen Leben als König verzichtete er auf die Welt und wurde der erste Mönch, der durch strenge Askese die Befreiung erlangte. Seine Geschichte symbolisiert den Beginn der menschlichen Zivilisation und den Beginn des Weges zur Spiritualität.

Auf Rishabhanatha folgen zweiundzwanzig weitere Tirthankaras, deren Geschichten in den heiligen Schriften erzählt werden. Viele von ihnen werden mit bestimmten Symbolen oder Emblemen assoziiert, wie Tieren oder Gegenständen, die sie in der Kunst kennzeichnen. Einige, wie der zweite Tirthankara Ajitanatha, werden mit dem Elefanten verbunden, andere mit dem Löwen oder der Lotusblume. Diese Symbole helfen den Gläubigen, die einzelnen Tirthankaras zu erkennen und sich auf ihre jeweiligen Tugenden zu besinnen. Die meisten dieser Figuren sind jedoch weniger bekannt als der erste und der letzte; ihre Geschichten ähneln sich oft im Grundmuster: Sie werden in königlichen Familien geboren, verzichten auf ihren Thron und erreichen durch Meditation und Entsagung die Erleuchtung.

Der vierundzwanzigste und letzte Tirthankara ist Mahavira, dessen Name "Großer Held" bedeutet. Er ist die historisch am besten belegte Figur unter ihnen und lebte vermutlich im 6. Jahrhundert vor Christus, also zur gleichen Zeit wie der Buddha. Mahavira war ein Zeitgenosse des Buddha, und beide lehrten in derselben Region Nordindiens. Seine Lebensgeschichte ist reich an Details: Er wurde als Prinz geboren, verließ im Alter von etwa dreißig Jahren sein Zuhause, um ein asketisches Leben zu führen, und erreichte nach zwölf Jahren intensiver Meditation die vollkommene Erkenntnis. Danach lehrte er fünfunddreißig Jahre lang und gründete eine Gemeinschaft von Mönchen und Nonnen. Seine Lehren betonten vor allem die Gewaltlosigkeit gegenüber allen Lebewesen, die Wahrhaftigkeit und das Loslösen von weltlichen Bindungen.

Die vierundzwanzig Tirthankaras sind also nicht nur historische oder mythische Gestalten, sondern das Herzstück des jainistischen Glaubens. Sie zeigen, dass Befreiung für jeden Menschen möglich ist, unabhängig von Herkunft oder Geschlecht. Ihre Bilder werden in Tempeln verehrt, nicht um sie anzubeten, sondern um sich an ihr Vorbild zu erinnern und sich von ihrer Ruhe und Entschlossenheit inspirieren zu lassen. Die Verehrung gilt letztlich den Eigenschaften, die sie verkörpern: vollkommenes Wissen, vollkommenes Sehen, vollkommene Kraft und vollkommene Ruhe.

Die Linie von Rishabhanatha bis Mahavira spannt einen weiten Bogen von der mythischen Urzeit bis in die historische Zeit. Sie verbindet die Anfänge der menschlichen Kultur mit einer konkreten, historischen Persönlichkeit und gibt den Gläubigen eine lange, ununterbrochene Kette von Vorbildern an die Hand. Für Jains ist diese Kette ein Beweis dafür, dass der Weg zur Befreiung zeitlos und immer wieder gangbar ist. Jeder Tirthankara hat in seiner Zeit die Furt neu gebaut und den Weg gezeigt, und Mahavira als der letzte hat die Lehren in einer Form hinterlassen, die bis heute die Grundlage der jainistischen Praxis bildet.

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Bedeutung des Begriffs

„Tirthankara“ bedeutet wörtlich „Furtmacher“ – ein Wesen, das den Ozean der Wiedergeburten überwunden hat und anderen eine Brücke zur Befreiung baut. Sie sind keine Götter, sondern erleuchtete menschliche Seelen, die als Vorbilder dienen.

Die Zahl 24

Im gegenwärtigen, absteigenden Zeitalter des Universums gibt es genau vierundzwanzig Tirthankaras. Ihre Namen sind in der gesamten Jain-Tradition einheitlich überliefert, auch wenn die Legenden regional unterschiedlich erzählt werden.

Rishabhanatha – der erste Lehrer

Der erste Tirthankara, Rishabhanatha (auch Adinatha genannt), wird als Kulturheld beschrieben: Er lehrte die Menschen in einer frühen Zeit Ackerbau, Handwerk, Schrift und Regierung, bevor er selbst zum Mönch wurde und Befreiung erlangte.

Mahavira – der historisch belegte letzte Tirthankara

Der 24. Tirthankara, Mahavira („Großer Held“), lebte im 6. Jahrhundert v. Chr. – zeitgleich mit dem Buddha in Nordindien. Nach zwölf Jahren intensiver Askese erreichte er die Erleuchtung und lehrte 35 Jahre lang, wobei er Gewaltlosigkeit und Loslösung betonte.

Symbole zur Wiedererkennung

Jeder Tirthankara wird in der Kunst mit einem eigenen Symbol dargestellt – etwa Elefant, Löwe oder Lotusblume. Diese Embleme helfen Gläubigen, die einzelnen Lehrer zu identifizieren und sich auf ihre jeweiligen Tugenden zu besinnen.

Verehrung als Vorbild, nicht als Gott

Die Bilder der Tirthankaras werden in Tempeln verehrt, um an ihr Beispiel zu erinnern – nicht um sie anzubeten. Die Verehrung gilt den Eigenschaften, die sie verkörpern: vollkommenes Wissen, vollkommenes Sehen, vollkommene Kraft und vollkommene Ruhe.