Die sieben Erwachensglieder
Eine Lehrrede des Buddha über Heilung und Erleuchtung
Die Gilana-Suttas (Samyutta Nikaya 46.14-16): die sieben Erleuchtungsglieder, rezitiert um die Schwerkranken zu heilen, einschließlich des Buddha selbst.
Verse
So habe ich gehört: Einst weilte der Erhabene in Rājagaha im Bambushain, dem Fütterungsplatz der Eichhörnchen. Zu jener Zeit weilte der Ehrwürdige Mahākassapa auf dem Geierberg, von Krankheit geplagt, leidend, schwer krank. Da begab sich der Erhabene am Abend, nachdem er sich von der Zurückgezogenheit erhoben hatte, zum Ehrwürdigen Mahākassapa; dort angelangt, setzte er sich auf einen bereiteten Sitz. Nachdem er sich gesetzt hatte, sprach der Erhabene zum Ehrwürdigen Mahākassapa:
Vers 1
Wie steht es mit dir, Kassapa? Ist es erträglich? Ist es auszuhalten? Lassen die schmerzhaften Gefühle nach, nehmen sie nicht zu? Zeigt sich ein Nachlassen, kein Zunehmen?
Vers 2
fragte der Erhabene.
Vers 3
Nicht, o Herr, ist es erträglich, nicht ist es auszuhalten. Heftig lassen die schmerzhaften Gefühle nach, nehmen nicht zu; ein Zunehmen zeigt sich, kein Nachlassen.
Vers 4
antwortete der Ehrwürdige Mahākassapa.
Vers 5
Diese sieben Glieder der Erleuchtung, Kassapa, sind von mir richtig dargelegt – wenn sie entfaltet und häufig geübt werden, führen sie zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna. Welche sieben?
Vers 6
Das Glied der Erleuchtung „Achtsamkeit“, Kassapa, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 7
Das Glied der Erleuchtung „Lehrergründung“, Kassapa, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 8
Das Glied der Erleuchtung „Tatkraft“, Kassapa, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 9
Das Glied der Erleuchtung „Verzückung“, Kassapa, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 10
Das Glied der Erleuchtung „Stille“, Kassapa, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 11
Das Glied der Erleuchtung „Sammlung“, Kassapa, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 12
Das Glied der Erleuchtung „Gleichmut“, Kassapa, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 13
Diese sieben Glieder der Erleuchtung, Kassapa, sind von mir richtig dargelegt – wenn sie entfaltet und häufig geübt werden, führen sie zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 14
sprach der Erhabene.
Vers 15
Wahrhaftig, o Erhabener, sind die Glieder der Erleuchtung! Wahrhaftig, o Sugata, sind die Glieder der Erleuchtung!
Vers 16
rief der Ehrwürdige Mahākassapa aus.
Vers 17
Dies sprach der Erhabene. Erfreut pries der Ehrwürdige Mahākassapa die Rede des Erhabenen. Und der Ehrwürdige Mahākassapa erstand von jener Krankheit. So wurde jene Krankheit des Ehrwürdigen Mahākassapa aufgehoben.
Vers 18
Einst weilte der Erhabene in Rājagaha im Bambushain, dem Fütterungsplatz der Eichhörnchen, zusammen mit einem anderen kranken Mönch. Zu jener Zeit war ein bestimmter Mönch von Krankheit geplagt, leidend, schwer krank. Da begab sich der Erhabene am Abend, nachdem er sich von der Zurückgezogenheit erhoben hatte, zu jenem kranken Mönch; dort angelangt, setzte er sich auf einen bereiteten Sitz. Nachdem er sich gesetzt hatte, sprach der Erhabene zu jenem Mönch:
Vers 19
Wie steht es mit dir, Mönch? Ist es erträglich? Ist es auszuhalten? Lassen die schmerzhaften Gefühle nach, nehmen sie nicht zu? Zeigt sich ein Nachlassen, kein Zunehmen?
Vers 20
fragte der Erhabene.
Vers 21
Nicht, o Herr, ist es erträglich, nicht ist es auszuhalten. Heftig lassen die schmerzhaften Gefühle nach, nehmen nicht zu; ein Zunehmen zeigt sich, kein Nachlassen.
Vers 22
antwortete der Mönch.
Vers 23
Diese sieben Glieder der Erleuchtung, Mönch, sind von mir richtig dargelegt – wenn sie entfaltet und häufig geübt werden, führen sie zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna. Welche sieben?
Vers 24
Das Glied der Erleuchtung „Achtsamkeit“, Mönch, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 25
Das Glied der Erleuchtung „Lehrergründung“, Mönch, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 26
Das Glied der Erleuchtung „Tatkraft“, Mönch, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 27
Das Glied der Erleuchtung „Verzückung“, Mönch, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 28
Das Glied der Erleuchtung „Stille“, Mönch, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 29
Das Glied der Erleuchtung „Sammlung“, Mönch, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 30
Das Glied der Erleuchtung „Gleichmut“, Mönch, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 31
Diese sieben Glieder der Erleuchtung, Mönch, sind von mir richtig dargelegt – wenn sie entfaltet und häufig geübt werden, führen sie zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 32
sprach der Erhabene.
Vers 33
Wahrhaftig, o Erhabener, sind die Glieder der Erleuchtung! Wahrhaftig, o Sugata, sind die Glieder der Erleuchtung!
Vers 34
rief der Mönch aus.
Vers 35
Dies sprach der Erhabene. Erfreut pries jener Mönch die Rede des Erhabenen. Und jener Mönch erstand von jener Krankheit. So wurde jene Krankheit jenes Mönchs aufgehoben.
Vers 36
Einst weilte der Erhabene in Sāvatthī im Jetahain, im Kloster des Anāthapiṇḍika. Zu jener Zeit war der König von Magadha, Ajātasattu, der Sohn der Videherin, von Krankheit geplagt, leidend, schwer krank. Da wandte sich der König von Magadha, Ajātasattu, der Sohn der Videherin, an seine Versammlung von Ministern:
Vers 37
Geht, ihr lieben Minister, zu dem Asketen Cunda; geht hin und erkundigt euch in meinem Namen bei dem Asketen Cunda nach dessen Wohlbefinden: „Der König, o Herr, von Magadha, Ajātasattu, der Sohn der Videherin, ist von Krankheit geplagt, leidend, schwer krank. Er verehrt den Ehrwürdigen Asketen Cunda mit dem Haupt zu dessen Füßen und sagt: Die Krankheit ist schwer.“ Und sprecht so: „Gut wäre es, o Herr, wenn der Asket Cunda aus Mitleid nach Rājagaha, zum Jetahain, zum Kloster des Anāthapiṇḍika, zum König von Magadha, Ajātasattu, dem Sohn der Videherin, käme.“
Vers 38
Ja, o König,
Vers 39
antworteten jene Minister dem König, und sie begaben sich zum Ehrwürdigen Cunda; dort angelangt, tauschten sie mit dem Ehrwürdigen Cunda höfliche und freundliche Begrüßungsworte aus. Nachdem sie die höflichen und denkwürdigen Worte gewechselt hatten, setzten sie sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend sprachen jene Minister zum Ehrwürdigen Cunda:
Vers 40
Der König, o Herr, von Magadha, Ajātasattu, der Sohn der Videherin, ist von Krankheit geplagt, leidend, schwer krank. Er verehrt den Ehrwürdigen mit dem Haupt zu dessen Füßen und sagt: Die Krankheit ist schwer. Und er spricht so: „Gut wäre es, o Herr, wenn der Asket Cunda aus Mitleid nach Rājagaha, zum Jetahain, zum Kloster des Anāthapiṇḍika, zum König von Magadha, Ajātasattu, dem Sohn der Videherin, käme.“
Vers 41
Da wandte sich der Erhabene an den Ehrwürdigen Cunda:
Vers 42
Geh, Cunda, zum König von Magadha, Ajātasattu, dem Sohn der Videherin; geh hin und lege dem König von Magadha, Ajātasattu, dem Sohn der Videherin, die sieben Glieder der Erleuchtung dar.
Vers 43
Ja, o Herr,
Vers 44
antwortete der Ehrwürdige Cunda dem Erhabenen, und er begab sich zum König von Magadha, Ajātasattu, dem Sohn der Videherin; dort angelangt, setzte er sich auf einen bereiteten Sitz. Nachdem er sich gesetzt hatte, sprach der Ehrwürdige Cunda zum König von Magadha, Ajātasattu, dem Sohn der Videherin:
Vers 45
Diese sieben Glieder der Erleuchtung, großer König, sind von mir richtig dargelegt – wenn sie entfaltet und häufig geübt werden, führen sie zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna. Welche sieben?
Vers 46
Das Glied der Erleuchtung „Achtsamkeit“, großer König, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 47
Das Glied der Erleuchtung „Lehrergründung“, großer König, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 48
Das Glied der Erleuchtung „Tatkraft“, großer König, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 49
Das Glied der Erleuchtung „Verzückung“, großer König, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 50
Das Glied der Erleuchtung „Stille“, großer König, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 51
Das Glied der Erleuchtung „Sammlung“, großer König, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 52
Das Glied der Erleuchtung „Gleichmut“, großer König, ist von mir richtig dargelegt – wenn es entfaltet und häufig geübt wird, führt es zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 53
Diese sieben Glieder der Erleuchtung, großer König, sind von mir richtig dargelegt – wenn sie entfaltet und häufig geübt werden, führen sie zu vollkommener Erkenntnis, zur Erleuchtung, zum Nibbāna.
Vers 54
sprach der Ehrwürdige Cunda.
Vers 55
Wahrhaftig, o Herr, sind die Glieder der Erleuchtung! Wahrhaftig, o Sugata, sind die Glieder der Erleuchtung!
Vers 56
rief der König von Magadha, Ajātasattu, der Sohn der Videherin, aus.
Vers 57
Dies sprach der Ehrwürdige Cunda. Erfreut pries der König von Magadha, Ajātasattu, der Sohn der Videherin, die Rede des Ehrwürdigen Cunda. Und der König von Magadha, Ajātasattu, der Sohn der Videherin, erstand von jener Krankheit. So wurde jene Krankheit des Königs von Magadha, Ajātasattu, des Sohnes der Videherin, aufgehoben.
Vers 58
Worship Guidelines & Chanting Benefits (Phalashruti)
Täglich oder an heiligen Mondtagen (Ekadashi, Purnima)
Brahma Muhurta (4:00 – 6:00 Uhr) oder Abenddämmerung
Ghee-Lampe, Weihrauch, frische Blüten und Wasseropfer
- Geistiger Friede, spiritueller Aufstieg und harmonische Energie
Hintergrund
Dies ist die Gruppe der Bojjhaṅga-Suttas (die Gilāna-Suttas), eine Sammlung von Reden aus der Saṃyutta Nikāya, einer der ältesten Sammlungen der Lehren des Buddha im Pali-Kanon (SN 46.14-16). Bei drei Gelegenheiten werden die sieben Erwachensglieder (bojjhaṅgā) einem Schwerkranken rezitiert — dem Ältesten Mahākassapa, einem anderen kranken Ältesten, und schließlich dem Buddha selbst, der den Ehrwürdigen Mahācunda bittet, die Glieder noch einmal für ihn zu rezitieren — und in jedem Fall nimmt die Krankheit nach dem Hören der Lehre ab. Sie wird traditionell als eine schützende und heilsame Rede (paritta) gesungen und bleibt Teil der breiteren theravada-buddhistischen Tradition.
Über diesen Text
Verfasst von: Attributed to the Buddha
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Drei Rezitationen in einer Sutta-Sammlung
Diese Gilāna-Suttas berichten von drei separaten Gelegenheiten, bei denen die sieben Erwachensglieder einem Schwerkranken rezitiert wurden — dem Ältesten Mahākassapa, einem anderen kranken Ältesten, und schließlich dem Buddha selbst — und in jedem Fall ließ die Krankheit nach dem Hören der Lehre nach.
Die Sieben Erleuchtungsglieder (satta bojjhaṅgā)
Die Liste umfasst Achtsamkeit, Untersuchung von Phänomenen, Energie, Freude, Ruhe, Konzentration und Gleichmut. In der Pali-Tradition gelten diese als das direkte Gegenmittel gegen die Hindernisse des Geistes und werden oft rezitiert oder überlegt als eine Heilungspraxis.
Auch der Erwachte wird krank
Im letzten Abschnitt ist es der Buddha selbst, der schwer erkrankt ist — nicht Mahākassapa oder ein anderer Mönch. Anstatt zu unterrichten, bittet er den Ehrwürdigen Mahācunda: "Cunda, mögen die Erwachensglieder für dich auftreten", und wird gesund, nachdem er seine eigene Lehre noch einmal für sich rezitiert hört.
Die Weise des Buddha am Krankenbett
In den ersten zwei Episoden besucht der Buddha persönlich die kranken Mönche, erkundigt sich nach ihrer Gesundheit und unterrichtet dann die bojjhaṅgā. Der Text sagt, dass der Patient 'von dieser Krankheit aufstand' unmittelbar nach dem Hören der Lehre — die Rede selbst wird als ein Heilungsritual dargestellt.
Cunda rezitiert dem Buddha vor
Im letzten Abschnitt kehren sich die Rollen um — der Buddha, zu krank zum Unterrichten, bittet den Ehrwürdigen Mahācunda, die sieben Glieder für ihn zu rezitieren. Dies zeigt, dass die Kraft der Lehre nicht davon abhing, dass der Buddha der Sprecher war — sie zu hören war ausreichend, selbst für den Meister.
Eine zur Heilung wiederholte Formel
Die Struktur der Sutta ist hochgradig wiederholend — jedes Glied wird mit der gleichen Formulierung genannt, und derselbe Austausch von 'Wie geht es dir?' / 'Ich kann nicht weitermachen' / 'Diese sieben Glieder...' wird für jeden Patienten wiederholt. Diese Wiederholung ist charakteristisch für frühe buddhistische Mundliteratur, wo solche Formeln das Auswendiglernen und die Rezitation unterstützten.
Buddha
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Dieselbe Lehre, widergespiegelt in verschiedenen Traditionen
